Montag, 24. Februar 2020

Lyrisches Duo mit Cello: Vielleicht ist es gut hier


Unter dem Motto "Vielleicht ist es gut hier", liest die junge Trägerin des Preises der Heidelberger Autorinnen und Autoren 2019 aus Ihren Werken. Miriam Tags Bildsprache und die ausgefallenen Wortkreationen der Lyrikerin, offenbaren sie als neues Nachwuchstalent aus der Rhein-Neckar-Region. Der Cellist Nils Ehlert begleitet das Progamm.

Wegen des begrenzten Platzangebot bitten wir um Reservierung.

06.03.2020, 19:00 Uhr
Veranstaltungsort: Buchladen Lindenhof, Gontardplatz 7, 68163 Mannheim
Vorverkauf: Buchladen Lindenhof, Gontardplatz 7, 68163 Mannheim
Preis: 10 € inkl. Prosecco

Freitag, 14. Februar 2020

Buchkritik: Ausgleicher und Awarokratie von Konrad Pilger


Das politische Buch

Regierungskrise in Thüringen. AKK tritt von ihren Ämtern zurück. Die Volksparteien im freien Fall. In der deutschen Politik liegt einiges im Argen. Der gesellschaftliche Konsens, der dieses Land über Jahrzehnte geprägt hat, ist kaum noch vorhanden. Spaltung herrscht vor. Links und Rechts, Ost und West, Alt und Jung, Arm und Reich, Stadt und Land, die Risse werden tiefer. Die Politik findet keine Antworten auf die Herausforderungen der Zeit. Wir hören immer wieder dieselben Appelle, die Ermahnungen zum anständigen Verhalten, mit denen aber keine Probleme gelöst werden. Ist das vielleicht das Ende der parlamentarischen Demokratie? Weit gefehlt. Das ist ein neuer Anfang.

Frische Ideen für die Demokratie

Konrad Pilger hat mit „Ausgleicher und Awarokratie“ ein erstaunliches Buch vorgelegt, in dem er einige Ideen erläutert, mit denen sich die Demokratie von innen heraus erneuern und festigen kann. Die Maßnahmen sind verblüffend einfach und erfordern nur ein bisschen guten Willen, keine Milliarden Euro und keine jahrzehntelangen Vorbereitungen. Die Kernidee lässt sich auf ein einziges Wort reduzieren: Ausgleich. Keine gesellschaftliche Gruppe sollte zu stark werden. Milliardäre und Hartz 4-Empfänger sollten nicht zu weit auseinander driften. Heute lebende Menschen sollten späteren Generationen nicht zu viele Lasten aufbürden. Es sollte nicht sein, dass einzelne Ballungsräume immer mehr Menschen anziehen, mit all den Nachteilen wie explodierende Mieten und überlasteter Infrastruktur, während gleichzeitig ländliche Räume ihre Einwohner verlieren. Konrad Pilger verlangt, dass der Ausgleich ähnlich wie Freiheit oder Rechtsstaatlichkeit zum demokratischen Grundwert erhoben wird.

Wahrscheinlich würden viele Leser dieser Forderung zustimmen. Es stellt sich aber die Frage, warum der Ausgleich heute nicht funktioniert, warum die Gräben immer tiefer werden. Pilger hat einen Hauptschuldigen ausgemacht: die Parteien. Sie sitzen überall, haben den Staat zur Beute gemacht. Ob in den Ministerien und Behörden, ob im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder in Verbänden, Vereinen und Gewerkschaften, überall haben sich Politiker der etablierten Parteien breitgemacht. Sie haben Netzwerke gebildet, von denen sie persönlich profitieren, von denen sie aber auch abhängig sind. Kein Politiker kann heute mehr frei entscheiden, ohne auf irgendeine Lobby Rücksicht nehmen zu müssen. Wir alle kennen die berühmten Beispiele: Glyphosat – Chemieindustrie, Dieselskandal – Autoindustrie, Tierwohl – Agrarindustrie, Berliner Flughafen usw.

Warum sind wir nicht schon früher darauf gekommen?

Pilger macht einen ganz einfachen Vorschlag. Alle wichtigen Posten sollten mit Ausgleichern besetzt werden. Damit sind Persönlichkeiten gemeint, die Mitglied keiner Partei und keines Verbandes sein dürfen, die aber über Lebenserfahrung und charakterliche Eignung verfügen. Sie sind im besten Sinne unabhängig und neutral, können ihre Entscheidungen allein auf Basis ihres Gewissens fällen. Pilger formuliert sechs Aufgaben, die Ausgleicher zu bewältigen haben. Dazu zählen (Auszüge aus dem Buch): 

1. Ganzheitlich handeln
„Der Ausgleicher soll unabhängig und gerecht im Sinne des großen Ganzen handeln. Er wahrt die Interessen aller Menschen, sowohl die der heute lebenden als auch die der kommenden Generationen, und ist dem Wohl aller Tiere, Pflanzen und Lebensräume verpflichtet. Berücksichtigt werden alle Folgen einer Entscheidung, nicht nur die unmittelbaren, sondern auch jene, die sich erst nach langen Zeiträumen oder an weit entfernten Orten auswirken.“
Diese Forderung stellt man auch an Parteipolitiker, doch die können oder wollen sie nicht erfüllen, weil sie gefangen sind in einem Netz aus Abhängigkeiten. Sie müssen an die Interessen ihrer Wähler denken, die nur einen Teil der Gesellschaft ausmachen, etwa Konservative, Linke, Liberale oder Grüne. Sie müssen die Parteiräson einhalten, müssen Parteispenden generieren, müssen die Lobbyisten befriedigen, die Gewerkschaften, Verbände und NGOs. Ein Ausgleicher hingegen ist per Definition nicht auf Parteispenden angewiesen, auch nicht auf Jobangebote großer Konzerne, die ihn nach seiner Karriere in den Aufsichtsrat berufen möchten. Der Ausgleicher muss auch nicht die Interessen einer bestimmten Wählergruppe, etwa Rentner oder Beamte, übermäßig gewichten, weil er direkt vom Volk gewählt wird, und zwar vom ganzen Volk, von allen Altersklassen und sozialen Schichten, von Angehörigen aller politischen Lager. Das ist echte Unabhängigkeit.

3. Kompromisse aushandeln
„Der Ausgleicher qualifiziert sich aufgrund seiner Fähigkeit, zwischen verschiedenen Interessengruppen Kompromisse zu schließen. Er nimmt alle Argumente auf und bewertet sie objektiv. In Streitfragen vermittelt er zwischen den Parteien, um ein möglichst einvernehmliches Ergebnis zu erzielen.“
Diesen Punkt kann man nicht hoch genug ansetzen. Egoismus hat sich breitgemacht in unserer Gesellschaft. Jeder denkt nur noch an sich oder seine Gruppe, das Allgemeinwohl ist nicht mehr von Bedeutung. In jüngster Zeit ist eine Explosion von Hasskommentaren in den sozialen Medien hinzugekommen, gegen die wir kein Mittel finden. Es scheint so, als ob wie die Fähigkeit verloren hätten, einander zuzuhören und die Hände zur Versöhnung zu reichen.
Auch hier ist der Ausgleicher dem Parteipolitiker überlegen. Ein Bundeskanzler oder ein Bundestagspräsident, der Mitglied einer bestimmten Partei ist, wird immer im Interesse dieser Partei handeln. Dieses Verhalten hat er über Jahrzehnte hinweg trainiert und es lässt sich mit der Übernahme des neuen Amtes nicht einfach abschütteln. Die Parteilichkeit auf allen Posten ist ein echter Geburtsfehler unserer Demokratie. Was spricht gegen einen neutralen Kanzler oder Präsidenten? Gar nichts. Versöhnen ist besser als spalten.



Keine Angst vor Bürgerbeteiligung

Pilger treibt den Gedanken noch weiter. Er schlägt ein zusätzliches Parlament vor, das er die Kammer der Freien Bürger nennt. Das Problem mit dem herkömmlichen System ist, dass man alle vier oder fünf Jahre bei Wahlen seine Stimme abgibt – und dann ist sie weg. Erst nach Ablauf der Legislaturperiode bekommt man sie zurück. In der Zwischenzeit können Parteipolitiker damit machen, was sie wollen – auch gegen die Interessen der Wähler handeln. Außerdem ist der Bürger gezwungen, bei den Parteien ein ganzes Programm einzukaufen, obwohl er oft nur mit wenigen Punkten übereinstimmt. Bei der Kammer der Freien Bürger gibt es diese Einschränkungen nicht. Es hat keinen festen Sitz, sondern reist über das Land, macht Station in allen größeren Orten und kommt somit zu den Bürgern, was neben dem praktischen Nutzen auch eine wichtige symbolische Handlung bedeutet. Das Parlament dient den Bürgern, nicht umgekehrt.

Jeder darf dabei mitmachen. Jeder Staatsbürger darf Anträge einbringen, Auskunft verlangen und unter bestimmten Bedingungen sogar Gesetzesinitiativen starten. Dem Bürger wird seine Stimme nicht weggenommen, er darf sich ganzjährig am politischen Prozess beteiligen. Außerdem ist er nicht gezwungen, sich dauerhaft für ein Lager zu entscheiden. Man kann in einer Sachfrage eine grüne Position einnehmen, etwa beim Umweltschutz, und in einer anderen Sache eine konservative Position wählen, etwa bei der inneren Sicherheit. Das ist echte Mitbestimmung.

Um mehr Bürgerbeteiligung zu verhindern, führen Kritiker meist Totschlagargumente an. Der Klassiker ist die Todesstrafe. „Wenn das Volk entscheiden darf, führt es den Galgen wieder ein“, heißt es. Das ist Blödsinn. Erstens sind wir darüber längst hinweg, und zweitens wird die Kammer der Freien Bürger von einem Ausgleicher geleitet. Für ihn gelten die oben genannten Ansprüche. Selbst wenn jemand einen Antrag auf Todesstrafe einreichen sollte, würde ihn der Ausgleicher unter Hinweis auf die humanitären Grundwerte ablehnen. Problem gelöst.

Fazit: Ausgleicher und Awarokratie ist ein Buch, das in die Zukunft weist. Viele Menschen sind unzufrieden mit dem derzeitigen Zustand unserer Demokratie. Sie wollen keinen Systemwechsel, aber sie wollen Verbesserungen. Sie wollen mehr Mitbestimmung und mehr Ausgeglichenheit in unserer Gesellschaft. Konrad Pilger hat einige brillante Ideen entwickelt, die mit Sicherheit umgesetzt werden. Vielleicht nicht heute oder morgen, vielleicht auch nicht unter den Begriffen, die er gewählt hat, aber die Demokratie wird sich erneuern.

Konrad Pilger, Ausgleicher und Awarokratie, Scheinwerfer Verlag, 104 Seiten, Taschenbuch EUR 7,99, E-Book EUR 5,99 
Weitere Infos unter: www.scheinwerfer-verlag.com 


Dienstag, 4. Februar 2020

Kleine Buchmesse im Neckartal 2020


Die diesjährige "Kleine Buchmesse im Neckartal" findet am 7. und 8.3.20 in Neckarsteinach statt, im Bürgerhaus "Zum Schwanen", Neckarstraße 42 (unten am Fluss). 
Am Samstag, 7.3. lesen dieses Mal von der LitOff Ingrid Samel aus ihrem dann neu erschienenen Roman Julia am Eisenofen und Olga Manj aus ihrem ebenfalls neuen farbig illustrierten Lyrikband Gedichte einer Ausstellung. Anschließend liest Frank Barsch (mit der LitOff befreundeter Autor) aus seinem Roman Harry, der Sommer und ich. Beginn ist um 17 Uhr auf dem Leseschiff (finale Lesung der Buchmesse am Samstag!). 
Der Eintritt zur Messe und zu den Lesungen ist wie immer frei.


Frank Barsch
Harry, der Sommer und ich

Roman
Der Harz: Mythen, Hexen, Prominenz, ein romantisches Abenteuer. Das war schon zu Zeiten von Heinrich Heine so. Doch was kommt dabei heraus, wenn man Heines Erzählung und seine Sichtweise in die Gegenwart überträgt? Eine völlig verrückte Geschichte. Eine Reise, die sich beim Schreiben selbständig macht und zu einem Abenteuerroman emanzipiert. Einem Roman, in dessen Anspielungen, Satire und Ironie eine tiefere Bedeutung steckt. Heine hätte bestimmt seine Freude daran gehabt.
13,80 EUR / ISBN 978-3-931382-65-0 / 161 S.
Zu beziehen unter www.seidler-verlag.de

Unvollkommenheit - Anne Richter und ihr neuer Roman im Bermudafunk


Im Freien Radio bermudafunk wird am Montag, 10.2. ab 20 Uhr Unvollkommenheit, der neue Roman von Anne Richter vorgestellt (mit Lesung und Interview), in der Sendung „Kopf im Ohr" der VS-Regio-Gruppe Rhein-Neckar, moderiert von Anette Butzmann. Zu empfangen auf 89,6 MHz (Mannheim) und 105,4 MHz (Heidelberg) sowie Kabelfrequenz 107,45 MHz, Live-Stream auf www.bermudafunk.org.

Darum geht es:

"Die Unvollkommenheit des Menschen macht den Unterschied, die schwankenden Stimmungen undscheinbar herkunftslosen Eingebungen." Im Oktober 1988 trifft Marc Weber in Jena ein, wo er sein Studium der Mathematik beginnen will. Unverhofft gerät er in oppositionelle Kreise und begegnet Paul, der ebenfalls Mathematik studierte, aufgrund seiner widerständigen politischen Haltung exmatrikuliert wurde und verbotene Konzerte gibt. Die Freundschaft mit Paul bringt den bislang eher angepassten Marc in existentielle Konflikte. Aber er lernt durch Paul auch Hanka kennen, seine erste große Liebe. Dann kommt der politische Umbruch, er treibt die drei in verschiedene Richtungen: Hanka geht auf Weltreise, Paul nimmt in Hamburg sein Studium wieder auf, Marc bleibt in Jena. Als er Paul einige Zeit darauf in Hamburg besucht, scheint es, als habe sich der ehemalige Oppositionelle - nun anerkannter Mathematiker und mit einer ebenso erfolgreichen Frau zusammenlebend - in einem bürgerlichen Leben eingerichtet. Zufällig entdeckt Marc jedoch, dass Paul weiterhin komponiert, und es wird ihm klar, dass der Freund voller Zweifel an seinem etablierten Leben ist. Marc fragt sich, wie viel von Pauls rebellischem Geist noch übrig ist und fordert ihn heraus, indem er Paul und seine Freundin einlädt, im Sommer mit ihm und Hanka nach Rumänien zu kommen, in ein Land im Übergang, in dem sich noch vorhandene Spuren der Diktatur mit neuen kapitalistischen Ansätzen mischen. Ihre gemeinsame Reise verläuft dann ganz anders als geplant, sie führt zu großen Spannungen und treibt am Ende einen Keil zwischen Marc, Paul und Hanka. Jahre später erhält Marc, inzwischen arrivierter Banker und Risikomanager, einen Anruf von Paul, der nun wieder allein und in prekären Verhältnissen lebt. Seine Arbeit als Mathematiker hat er aufgegeben. Währenddessen schreitet die Finanzkrise unaufhörlich voran und die beiden begegnen sich unter vollkommen veränderten Vorzeichen. Nur Hanka spielt in beider Leben immer noch eine Rolle.

Erschienen im osburg-verlag.de

Samstag, 4. Januar 2020

Unvollkommenheit - Anne Richter stellt neuen Roman vor


Anne Richter liest aus ihrem neuen Roman „Unvollkommenheit“ am Dienstag, 21.1. in der Stadtbücherei Heidelberg, Beginn 19.30 Uhr, Eintritt frei. 
Und am Donnerstag, 30.1. beim Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125, 10115 Berlin, Beginn 20 Uhr, Eintritt 5,-/3,- EUR.

Weitere Infos zum Buch unter www.jpc.de

Wilhelm Dreischulte liest aus dem Kartoffelkönig


Am Samstag, 11.1. erzählt Wilhelm Dreischulte für Kinder ab drei Jahren das bekannte Märchen vom Kartoffelkönig mit anschließend lustigem Kartoffelstempeln und Singen im Buchladen Lindenhof in Mannheim, Gontardplatz 7.
Beginn ist um 15 Uhr, Eintritt 3,50 EUR inkl. Getränk pro Person. 
Wegen des begrenzten Platzangebots Reservierung empfohlen unter buero@buchladen-lindenhof.de oder 0621-18068718.

Des fangt jo gut aa


Liebe Literaturfreunde,

nun ist das neue Jahr schon wieder ein paar Tage alt. Da wird es doch höchste Zeit für eine Lesung. Finden Sie nicht auch? Na, dann will ich Sie mal nicht enttäuschen.

Am Montag, dem 6. Januar, bin ich im Namen der Autorengruppe „Die Literatur-Offensive e.V." beim Neujahrsempfang der Stadt Mannheim im Rosengarten.
Ab 16:00 Uhr finden Sie mich auf der Bühne im Bruno Schmitz Saal. Dort werde ich in ca. 20 Minuten erklären, warum ich beim neuen Jahr der Ansicht bin: Des fangt jo gut aa.

Wenn Sie Lust und Zeit haben, schauen Sie doch vorbei. Ich würde mich freuen.

Liebe Grüße
Edith Brünnler