Dienstag, 12. März 2013

Neuerscheinung: Hochzeitssuppen von Olga Manj



Die LitOff-Autorin Olga Manj veröffentlicht den zweiten Band Ihres Kurpfälzer Dekamerons mit dem Titel "Hochzeitssuppen". Die vergnügliche Geschichte spielt in Mannheim, wo die Migration schon immer eine große  Bedeutung hat. Der junge, türkischstämmige Durusan verliebt sich in Magdalena, die aus einer streng katholischen polnischen Familie stammt. Sein polnischer Freund Władysław ist der Türkin Meral überschwänglich zugetan. Die Mädchen verfolgen ihre eigenen Liebespläne, und so entwickelt sich eine vergnügliche Burleske. Mannheim, die ehemalige Residenzstadt der historischen Kurpfalz, wird für die vier jungen Menschen zur Kulisse für ihre persönlichen Abenteuer. Liebe, List und Loyalität treiben eine turbulente Handlung an, die den Leser unmerklich der Wirklichkeit entrückt.
 
"Magdalena hatte durch den Spion gesehen. Da stand Durusan mit ernster Mine und einem Strauß Blumen. Es war nicht nur der Falsche, sondern noch dazu eine halbe Stunde zu früh, gemessen an den Höflichkeitsregeln einer polnischen Verspätung. Wutschnaubend lief sie in die Küche und stellte zunächst einmal alle Herdplatten ab. Die Kerle brachten es also wirklich fertig, sie zu verschaukeln. Durusan kam wie immer zu früh und Wladyslaw würde wie immer viel zu spät kommen. Nach einer dreiviertel Stunde, die sie im Bad mit duschen, schminken und frisieren zugebracht hatte, stand aber Durusan immer noch allein vor der Tür und Magdalena begann zu ahnen, Wladyslaw würde sie versetzen. Sie öffnete die Tür. Durusan begrüßte sie mit einem graziösen Küsschen auf die Wangen, als habe es diese Wartezeit überhaupt nicht gegeben: "Herzliche Glückwünsche zum Namenstag." Er überreichte ihr mit einer großen Geste die Blumen." 


Hochzeitssuppen, Kurpfälzer Dekameron
128 Seiten
Taschenbuch (9,90 EUR) oder e-Book (4,99 EUR)
Verlag Books on Demand, 1. Auflage 2013
Edition LitOff
ISBN-10: 3848259796
ISBN-13: 978-3848259793 

Lesen Sie hier eine Kritik von Die Schöne Bäckerin, des ersten Teils des Kurpfälzer Dekamerons.
Unter diesem Link finden Sie die Homepage von Olga Manj.

Montag, 11. März 2013

Gedichtwettbewerb von Jokers 2013


Endlich geht es wieder los! Die Buchhandelskette Jokers hat eine neue Runde ihres Lyrikwettbewerbs eröffnet. Allerdings muss auch Jokers sparen, es gibt nicht mehr ganz so viel wie im Vorjahr zu gewinnen. Trotzdem können sich die ausgelobten Prämien sehen lassen:

1. Preis: 1.000 Euro
2. Preis    500  Euro
3. Preis    250  Euro
Sonderpreis Humor 100 Euro
plus Warengutscheine und etliche Sonderpreise.

Welche Anforderungen werden gestellt?

Praktisch keine. Liebe? Sehnsucht? Hoffnung? Leidenschaft? Trauer? Melancholie? Humor? Alles ist erlaubt.
Lediglich ein Teilnahmeformular muss ausgefüllt werden.
Jeder Künstler muss sich auf ein Gedicht beschränken, natürlich muss es selbst verfasst und unveröffentlicht sein.
Einsendeschluss ist der 31.03.2013.
Hier ist der Link zur  Originalausschreibung.

Allen Teilnehmern viel Glück!

Dienstag, 5. März 2013

Vorschau: Mörderische Schwestern in Worms, Speyer und Bad Dürkeim



Die Mörderischen Schwestern lesen beim 2. Krimifestival Rhein-Neckar am 13. März 2013 in der Stadtbibliothek Worms und am 15. März 2013 in Speyer. Das Motto der "Ladies Crime Nights" ist "Tödliche Häppchen".

Anette Butzmann von der Heidelberger Litoff wird am 15. März 2013 Literatur und ein Fünf-Gänge-Menü im Bad Dürkheimer Hotel Annaberg kredenzen, begleitet von dem Literaten und Cellisten Nils Ehlert.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Morgenweb. 

Mittwoch, 27. Februar 2013

Buchmesse in Neckarsteinach 2013

Liebe Literaturfreunde,

waren Sie schon mal auf einer Buchmesse – vielleicht in Frankfurt? Haben Sie alles gefunden, was Sie gesucht haben? Oder sind Sie durch Gänge und über Rolltreppen geirrt, vorbei an riesigen Wänden, die mit den immer gleichen Büchern bestückt waren und an Verlagen mit müde dreinblickenden Autoren und gelangweilten Verlegern?
Das passiert Ihnen auf der kleinen Buchmesse im Neckartal nicht. Im Bürgerhaus „Zum Schwanen“, Neckarstraße 42 in 69239 Neckarsteinach macht Literatur noch Spaß. Das ist den Beteiligten auch anzusehen. Da können Sie Autoren und Verleger hautnah erleben und direkt mit ihnen ins Gespräch kommen. Da gibt es interessante Gruppen wie Die Literatur Offensive, die dem Lothar Seidler-Verlag in Heidelberg angeschlossen ist und in deren Namen ich am Samstag, dem 02.03.2013, um 14:00 Uhr aus meinem Mundartbuch lesen werde: „Nor gebabbelt – gschafft is glei“.
So eine Buchmesse der etwas anderen Art – das müsste doch auch etwas für Sie sein?! Schauen Sie einfach mal ins Programm. Wir freuen uns auf Sie.

Liebe Grüße
Edith Brünnler

Dienstag, 26. Februar 2013

Literaturpreis der LitOff 2013

Aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens schreibt die Heidelberger Autoren- initiative LitOff 2013 ihren ersten Literaturpreis aus. Ziel ist die Veröffentlichung einer Anthologie über die Rhein-Neckar-Region.

Zu gewinnen gibt es:
1. Preis 100 Euro
2. Preis   75 Euro
3. Preis ein Buchpaket

Das sind die Anforderungen:
1. Gewünscht sind Prosatexte (maximal fünf Normseiten = 30 Zeilen zu je 60 Anschlägen)
    oder Lyrik (maximal fünf Gedichte)
2. Die Autoren sollen einen Bezug zur Metropolregion Rhein-Neckar haben (Wohn- oder Geburtsort)
3. Einsendeschluss ist der 31.05.2013 (Wettbewerb wurde verlängert)

Wenn die Anthologie zustande kommt, erscheint sie im Jahr 2014. Es soll mindestens eine Lesung mit den Autoren geben. Nur die ausgewählten Texte werden veröffentlicht, ein Honorar kann nicht gezahlt werden.
Einsendungen bitte an:

projekte@litoff.de

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte der PDF-Ausschreibung

Montag, 25. Februar 2013

2. Krimifestival der Metropolregion Rhein-Neckar 2013


Vom 9. März bis zum 20. März 2013 findet das 2. Krimifestival der Metropolregion Rhein-Neckar statt. Premiere des Festivals war vor zwei Jahren, damals aus der Taufe gehoben von Claudia Senghaas, Harald Schneider und Claudia Schmid. Nun wird zum zweiten Mal gemordet, gefahndet und gelesen. Bekannte Krimiautoren und Krimiautorinnen aus der gesamten Region geben sich an verschiedenen Veranstaltungsorten ein Stelldichein. Die Gäste können sich auf Autorenlesungen, kulinarische Lesungen und Duo-Abende mit Musik freuen.
Am 9. März ist der große Erföffnungsabend im Congresszentrum Frankenthal. Insgesamt werden 30 Veranstaltungen im Rahmen des 2. Krimifestival der Metropolregion Rhein-Neckar angeboten.

Zugesagt haben u.a. Ingrid Noll, Wolfgang Burger und Claudia Schmid. Die Heidelberger Autoreninitiative LitOff wird mit Nils Ehlert und Anette Butzmann vertreten sein, die gemeinsam ein Krimifestival-Dinner auf dem Annaberg darbieten werden.

Die genauen Daten finden Sie hier im Programm.

Sonntag, 24. Februar 2013

Kein Stuhl mehr frei - Salonlesung Februar 2013



 
Kein Stuhl mehr frei

Der kleine Salon Jean-Paul musste fast wegen Überfüllung geschlossen werden, doch die zwanzig Gäste fanden dann doch ihren Platz. Ob einige davon auch einen Platz in den höheren Weihen der Literaturlandschaft finden werden, bleibt abzuwarten. Das Gehörte klang aber alles in allem nach guten Chancen dafür. Der literarische Himmel muss erklommen werden und die vehemente Kritik der LitOff-Autoren fühlt sich manchmal nicht nach Himmel und rosa Wolken, sondern eher wie eine kleine Vorhölle an. Wie es trotzdem gelingt erhobenen Hauptes wieder heraus zu kommen, zeigten uns zehn(!) Lesende im literarischen Salon des kleinsten Verlagshauses Heidelbergs.
„Mann, waren das viele man’s in Deinem Text“, „naja, aber es geht doch ums Zugfahren, da weiß man, was man hat“, „oder davon hat …“. Denn der Protagonist in Wilhelm Dreischulte`s Zuggeschichte legt Tag für Tag kaugummiziehendlangweilige Kilometer zurück oder eben nicht, wenn die Bahn mal wieder nicht kommen will. Eher ganz kurzweilig vergnügte sich Jobst, der diesmal mit einem munteren erotischen und exotischen Reimgedicht über „Lesben, die schauen aus Westen“ die Runde erheiterte. Nanu, darf man Lesben mit Westen reimen? Jobst darf, denn Jobst macht Lyrik aus Jux, wie er von sich sagt. Künftig wird er uns wieder mit Prosa aus seinen Jugenderinnerungen erfreuen, versprochen ist versprochen.
Der Obst- und Gemüseanteil überwog an diesem Abend die Fleischrationen bei weitem. Schwindende Rosenkohlköpfe, welk schlafender Salat und  Kirschregen spielten in Elisabeth Singh-Noack Haikus die Hauptrollen. Mit rohen Auberginen startete Ulrich Pomplun einen Angriff auf das Zwerchfell der Zuhörerschaft. Der Satz: „Sie war mir nicht unheimlich, aber ich wollte sie auch nicht um mich haben“, kommt zwar eher nicht ins Guinness Buch, aber bestimmt in die LitOff-Notizen für besonders originelle Sätze.
Bojan Dimov führte die Zuhörer mit seinem biographischen Roman über eine Pianistin hinauf in schneebedeckte Höhen. In einer verträumten Hütte, will eine kleine Familie in 1.200 Metern Höhe Weihnachten feiern. „Stehende Schneeflocken“ vor den Fenstern und „verflossene Elche“ an der Wand, lassen fast surrealistisch wirkende Bilder entstehen, die über die vielen vertrackten Einzelheiten der Geschichte und dem kaugummiziehenden Weg dorthin hinwegtrösten.
„Wo ist die Leiche?“ fragten sich Nils Ehlert und Anette Butzmann in der gemeinsamen Krimi-Dramolette, die in der einer freien Ecke des Salons zur Vorführung kam. Die Geschichte von Christine Engel zeigte ebenfalls kriminalistische Tendenzen geleitet von der Frage: Wie kann Rache geübt werden, wenn der Bösewicht eigentlich schon tot ist? Die Antwort ist nicht einfach und wird von der listigen Autorin geistreich ausgeheckt, eine echte Überraschung!
„Das meine ich mit trostlos“, meint das ebenfalls überraschte Gegenüber der Protagonistin aus Edith Brünnlers neuer Geschichte. „wenn das schönste Erlebnis in der Kindheit der Spaziergang auf dem Hauptfriedhof ist, das meine ich mit trostlos“. Heimat ist eben etwas anderes, als die schönen Landschaften aus Touristenkatalogen. So lautet die Antwort der gebürtigen Hemshöferin, die sie auf gewohnt humorvolle, aber auch anrührende Weise, in Worte (diesmal ohne dialektale Anklänge) verpackt.
Aus fallenden Blättern im Rosengarten liest ein tanzender Dichter und ruft  Worte in die Nacht. Ein Narr offenbar, den Thomas Neu so herrlich lyrisch erfindet. Doch die Lyrik kann auch mitschwingen, wenn es in einem Prosastück und Liebe geht. Eindrucksvoll schwingt am Ende der Geschichte eine Kinderschaukel über dem Rasen, erzählt von Judith Ulmer. Zum Schluss überreden die Gäste dann doch noch den Hausherrn, Lothar Seidler, aus seinem Episodenroman über den hoffnungsfrohen Träumer und Realist Edi zu lesen. Er ist immer noch fasziniert von der lesbischen Monika und kann es einfach nicht lassen. Die Versuchung ist allgegenwärtig. Diesmal ist es ein Haschischkeks den er leichtsinnig verschluckt. Trotz der „Aniskrümel“ im Hals verzichtet er darauf noch einen dritten Cocktail „Sex on the beach“ zu trinken und übergibt sich lieber abseits auf einem Zierrasen. Ein guter Abschluss? Auf jeden Fall. Denn wir alle wollen wissen, wie es mit Edi weiter geht. Und nicht nur mit ihm! Der Platz in den höheren Weihen der Literaturlandschaft muss erklommen werden. Wem wird es gelingen? Das echte Leben bleibt doch immer noch die spannendste Geschichte.


Text: Anette Butzmann